Rassemeerschweinchen Hobbyzucht von den Pigsofheaven

Rassemeerschweinchen Hobbyzucht von den Pigsofheaven

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Hier findet ihr alle Infos rund um die Meerschweinchen

Hier möchte ich kurz auf eins der größten Diskusionsthemen der Meerschweinchenhaltung eingehen

Es kommt leider immer wieder vor, dass sich interessierte Anrufer gleich im Vorweg danach erkundigen, ob ich Weibchen abzugeben hätte , weil zwei Böckchen nicht in Frage kämen, da sie ja sowieso stinken und nicht zusammen gehalten werden könnten.


Leider wird auch in fast jeder Fachliteratur dieses alte Vorurteil nicht ausgeräumt, so dass die Interessenten ein absolut falsches Bild von Boygroups bekommen. Dennoch verlässt häufig am Ende ein eingefleischter Weibchensucher glücklich mit zwei Böckchen den Züchter. Doch bis es so weit ist, müssen erst einmal diese Vorurteile aus dem Weg geräumt werden!


Ich halte bei mir immer große Bockgruppen und habe noch nie Ärger damit gehabt. Auch das Vorurteil, dass Böcke mehr riechen, als die Weibchen ist absolut falsch! Es hängt immer von der Hygiene des Besitzers ab, ob die Tiere angenehm oder unangenehm riechen, aber da ist es dann auch völlig egal, ob es sich bei den Tieren um Männchen oder Weibchen handelt. Ich habe schon sehr viele Böcke zusammen vermittelt und die Besitzer sind total begeistert und würden nie wieder ein Weibchen haben wollen. Die Männchen sind noch zahmer und anhänglicher als die Weibchen. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel!


Meistens sind die Böcke noch munterer und verspielter als die Weibchen. Im Auslauf ist zu beobachten, dass sie viel neugieriger und lebhafter sind und sich viel eher wagen, neue Regionen der „großen Welt“ zu erkunden.


Ich möchte hier natürlich niemanden überreden Bockgruppen zu halten, doch ich möchte versuchen die Vorurteile zu diesem Thema aus dem Weg zu räumen und möchte ihnen die Entscheidung ein klein wenig erleichtern.


©Julia Leppler


 Bei weiteren Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung!

Frühkastration beim Meerschweinchen


Meerschweinchen sind sehr fortpflanzungsfreudige Tiere. Sie können bereits im Alter von unter 8 Wochen geschlechtsreif werden.

Vielfach werden die Böcke erst mit einem Alter von 5 - 6 Monaten kastriert, nämlich wenn sie körperlich ausgewachsen sind. Das bedeutet für viele Tiere die Trennung von Mutter und Schwestern bereits im Alter von 4 - 5 Wochen, eine mindestens viermonatige Wartezeit bis zur Operation und weitere sechs Wochen "Sicherheitsabstand" bis zur Integration in eine gemischt geschlechtliche Gemeinschaft. Meerschweinchenböcke können nämlich bis zu 6 Wochen nach der Kastration noch zeugungsfähige Spermien im Ejakulat aufweisen, die sie in den Ampullen des Duktus deferens "aufbewahren" , dem letzten Abschnitt des Samenleiters, bevor er in die Prostata mündet und die bei der Kastration nicht mit entfernt werden. Bei Züchtern werden die Kastraten zu tragenden Weibchen oder Jungböcken gesetzt, damit sich ihr letzter Schuß möglichst im Dominanz- und nicht im Liebesspiel lässt und sie möglichst bald ihren avisierten Job als Haremswächter aufnehmen können.

Deshalb wurde eine Methode zur Frühkastration entwickelt. Dabei werden die Männchen mit einem Gewicht von mind. 230 g - max. 300 g bzw. im Alter von 4 - 6 Wochen bereits vor Eintritt der Geschlechtsreife kastriert.


Was sind die Gründe für eine Frühkastration?

Für eine Frühkastration sprechen neben der Verhinderung unerwünschten Nachwuchses natürlich zunächst psychologische Gründe: keine Trennung von Eltern und Geschwistern, kein sechswöchiges schlechtes Gewissen beim Tierhalter. Je nach Art der Narkose sausen die Kleinen bereits nach 2 - 4 Stunden wieder durchs Gehege. Ausserdem kann eine unkontrollierte Inzucht verhindert werden.

Im jugendlichen Alter treten wesentlich weniger Nebenwirkungen bei der Operation auf. Die Narkose wird besser vertragen und vor allen Dingen ist die Gefahr von Blutungen und dadurch bedingter Schwächung des Organismus auf ein Minimum reduziert, weil die grösseren Blutgefässe auch erst mit Eintritt der Geschlechtsreife so richtig ihre Funktion aufnehmen.

Meine Erfahrungen bezüglich der Frühkastration

Ich habe bereits mehr als 35 meiner Jungböcke im Alter von 3-5 Wochen, bzw. einem Gewicht von 230-300 g frühkastrieren lassen und muss sagen, sie haben es bisher alle super vertragen. Es gab keine Entzündungen und bis jetzt kam es auch noch nie zu einem Todesfall nach oder während der OP. Ganz im Gegenteil, die kleinen Kerle waren bereits nach 4 Stunden wieder topfit und haben direkt wieder gefressen und kamen gleich wieder zurück in die Gruppe bzw. zu ihrem Partner.

Und so läuft das dann ab:

Ich bringe die kleinen Jungs morgens um 8 Uhr zu meiner Tierärztin und hole sie Nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr wieder ab. Zu diesem Zeitpunkt sind sie aber auch wirklich wieder topfit. Es ist ihnen nichts anzumerken. Die Tierärztin hat ihnen etwas Silberspray auf die Wunden gesprüht, um eventuelle Keime abzutöten und Infektionen zu verhindern. Sobald wir zu Hause ankommen, setze ich die Jungs zurück in die Gruppe. Sie beginnen in der Regel sofort zu fressen und flitzen mit den anderen Schweinchen wieder durch das Gehege. Es ist ihnen nichts mehr von der OP anzumerken. Ich bin jedesmal wieder begeistert. Mittlerweile ist ja schon einige Zeit verstrichen, seit ich das mit der Frühkastration begonnen habe und ich habe schon viele Frühkastraten sehr erfolgreich vermittelt. Einige sind mittlerweile sogar schon das zweite Mal hier gewesen und haben zu dem Frühkastraten einen neuen Partner geholt, da der alte verstorben war. Die Vergesellschaftung hätte nie besser klappen können. Selbst ein ausgewachsener ehemaliger Zuchtbock konnte schon mehrfach zu einem Frühkastraten vermittelt werden. Das Verhalten der ausgewachsenen Frühkastraten ist nämlich wie das eines Mädchens und da sie nicht nach Bock riechen, akzeptieren selbst die Großen Jungs den Frühkastraten.

Denn wenn der Frühkastrat bereits selber ausgewachsen ist, ist sein Dominanzverhalten nicht so stark ausgeprägt, weil er ja noch nicht geschlechtsreif war, als ihm seine Männlichkeit genommen wurde. Das Verhalten eines ausgewachsenen Frühkastraten ist sehr ausgeglichen und nicht dominant. Sie bebromseln zwar die Mädels, aber wenn ein grösserer Bock kommt, machen sie schnell einen Rückzieher und ordnen sich ihm unter. Sie verhalten sich wirklich wie bereits oben gesagt, wie Mädchen. Also auch optimal für jemanden, der seinem älteren Bock keine Kastration mehr zumuten möchte. Es braucht so kein ausgewachsener, unkastrierter Bock mehr alleine bleiben.

Ich habe meine Frühkastraten sogar schon mit den Zuchtböcken und den zu deckenden Mädels zusammen gelassen und es kam zu keinerlei Streitereien. Das ist echt toll. Für alle Beteiligten.

Außerdem ist die Auswahl und Kombinationsmöglichkeit der Meerschweinchengruppe dadurch viel größer, als normalerweise! Ich kann es nur jedem Liebhaber empfehlen. Vorallem sind Jungs ja sowieso viel anhänglicher und mutiger.

Frühkastrierte Böcke bleiben noch ca. 5 Tage nach der OP bei mir. So kann ich den Heilungsprozess der Wunden beobachten und gegebenenfalls noch einmal zur Nachuntersuchung. Das war allerdings bisher noch nie nötig und die Kleinen bekommen auch kein Antibiotika, nicht wie die Großen. Das schont den Organismus und ist deshalb viel gesünder.

Das Meerschweinchen, unser kleiner Freund aus den Anden

Herkunft

 

Unsere heutigen Hausgenossen haben bereits eine weite Reise hinter sich. Sie kommen ursprünglich aus Südamerika. Bereits in den Jahren 9000 bis 6000 vor Christi sind die Indios auf den Geschmack der Meerschweinchen gekommen. Anders als in Europa wurden die Tiere dort als Delikatesse gesehen. Die wilden Vorfahren unserer heutigen Hausmeerschweinchen wurden gejagt und anschließend verspeist. Mit der Zeit wurden aber aus den Jägern Bauern und sie begannen die Wildmeerschweinchen zu zähmen und zu züchten. Es werden zwar auch heute noch einige Wildmeerschweinchen gejagt, aber das sind eher Ausnahmen geworden.

 

Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier die niedlichen Tierchen übers Meer mit nach Europa. Daher haben sie wohl auch ihren Namen. Aufgrund ihres possierlichen Aussehens und ihrer lieben Art, wurden sie schnell zu den Lieblingen der Europäer. In Europa wurden sie nie zum Verzehr gezüchtet, sondern die Bedeutung als Haustier stand immer im Vordergrund.

 

Das Wildmeerschweinchen

 

Das Wildmeerschweinchen ist viel schlanker, zarter und viel beweglicher als unser Heimtier. Das Haarkleid ist im Gegensatz zu dem des Hausmeerschweinchens einheitlich dunkelbraun gefärbt. Die verschiedenen Rassen und Farben hat der Mensch mit der Zeit aus den einfarbigen Tieren herausgezüchtet.

 

Das Meerschweinchen – Ein friedfertiges Nagetier

 

Meerschweinchen sind Nagetiere wie Ratten oder Mäuse. Sie haben sehr scharfe Schneidezähne, die ständig nachwachsen. Aus diesem Grund müssen sie auch durch festes Futter und Heu ihre Zähne ständig abnutzen, weil ansonsten Zahnprobleme auftreten können. Mit ihren scharfen Zähnen setzen sich die wilden Vorfahren unserer Hausmeerschweinchen bei Gefahr zur Wehr. Die Indios haben diese Eigenschaft unseren heutigen Tieren schon sehr früh weggezüchtet, sodass es nur ganz selten vorkommt, dass eines unserer Meerschweinchen mal richtig zubeisst. Eigentlich sind sie sehr friedliche Tiere.

 

Das Nest flüchtende Rudeltier

 

Meerschweinchen leben in großen Rudeln und sind auf ihre Artgenossen angewiesen. Aus diesem Grund sollten sie auch niemals einzeln gehalten werden Sie sind im Gegensatz zum Kaninchen keine Nesthocker sondern Nestflüchter. Sie kommen mit Fell und geöffneten Ohren und Augen auf die Welt. Bereits wenige Minuten nach der Geburt können sie ihrer Mutter hinterher laufen und das normale Futter fressen. Die Milchzähne werden noch im Mutterleib gegen die bleibenden Zähne ausgetauscht.

 

Die Geschlechtsreife und ihre Folgen

 

Die Weibchen werden mit etwa 6 Wochen geschlechtsreif und die Böckchen mit ca. 4 Wochen. Manche Böcke sind aber auch schon mit 2-3 Wochen geschlechtsreif und aus diesem Grund sollten die Jungböcke spätestens mit 250g von der Mutter und den Schwestern getrennt werden.

©Julia Leppler

 

Weitere Informationen rund um das Meerschweinchen sind in Arbeit! Sie werden demnächst hier veröffentlicht. Bei dringenden Fragen, könnt ihr mir auch gerne eine E-mail schicken!

 

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